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Was ist ein Zahnimplantat?

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- Zahnimplantate aus Titan

- Zahnimplantate aus Keramik (Zirkoniumdioxid)


Zahnimplantate aus Titan

Die meisten der heute verwendeten Zahnimplantate bestehen aus hochreinem Titan. Sie haben ein schraubenförmiges oder zylindrisches Design und sind in den Längen 6-20mm und mit dem Durchmesser 2-7mm erhältlich. Zahnimplantate aus Titan haben den Vorteil, dass Titan sehr gewebefreundlich (biokompatibel) ist und mit dem Kieferknochen regelrecht verwächst (Osseointegration), was für die enorme Haltekraft eines Implantates verantwortlich ist. Allergien des Körpers auf Titan sind eine extreme Rarität. Auch der Großteil der künstlichen Hüft- oder Kniegelenke sind aus Titan gefertigt. Bei Zahnimplantaten besteht eine Erfolgswahrscheinlich von 95%,dass diese nach 10 Jahren sich noch in Funktion im Mund befinden. Allein in Deutschland wurden 2008 ca. 800 000 Zahnimplantate, weltweit sind es mehrere Millionen. Mit den Zahnimplantaten aus Titan verfügt die moderne Zahnmedizin über seit 20 Jahren millionenfach bewährten Ersatz für verloren gegangene Zähne.


Zahnimplantate aus Keramik (Zirkoniumdioxid)

Eine relativ neue Entwicklung stellen die Zirkon-Zahn-Implantate aus Zirkoniumdioxidkeramik dar. Dieser Werkstoff wird in der Raumfahrt als Hitzschild beim Space Shuttle oder in der Formel 1 als Bremsscheiben verwendet. Zirkoniumdioxid hat eine größere Härte und die dreifach höhere Biegefestigkeit im Vergleich zu Titan. Das Zirkoniumdioxidimplantat hat drei große Vorteile gegenüber einem Implantat aus Titan.
Erstens bietet es eine verbesserte Ästhetik, da das Material weiß ist und so der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher kommt als das Titanimplantat, welches grau ist. Dies ist besonders wichtig, wenn ein Implantat im Frontzahngebiet benötigt wird und die, das Implantat bedeckende Schleimhaut besonders dünn ist. So gehören das hässliche schwarze Durchschimmern des Implantates durch die Schleimhaut und hässliche schwarze Ränder der Vergangenheit an.
Zweitens ist Zirkondioxid optimal gewebeverträglich und das Zahnfleisch lagert sich optimal an das Implantat an. Auch lagert sich auf Zirkondioxid deutlich weniger Plaque an als auf Titan. Damit ist das Risiko einer Zahnfleischentzündung, welche die Hauptursache für den Implantatverlust darstellt, deutlich vermindert.
Drittens gibt es keine Allergien gegen die Keramik Zirkondioxid. Somit stellt das Zirkoniumdioxidimplantat eine Alternative für Patienten dar, die aus ganzheitlichen Gründen die Verwendung von Metallen im Körper ablehnen oder bei denen eine Titanallergie besteht. Allerdings sind bei der Verwendung von Zirkoniumdioxidimplantaten auf Grund des Designs und des Materiales einige Dinge zu beachten.
Da Zirkoniumdioxidimplantate einteilig sind, ist nur eine offene Einheilung möglich. Dies setzt eine optimale Mundhygiene voraus, um eine Entzündung der Schleimhaut und des Knochens zu verhindern. Damit Zirkoniumdioxidimplantate eine feste Verbindung mit den Knochen eingehen, ist eine unbelastete Einheilung unbedingt notwendig, d.h. die Implantate müssen vor Kaubelastung oder der Manipulation durch die Zunge des Patienten geschützt werden. Die Einheilung dauert länger als bei einem Titanimplantat, jedoch ist dies für den Patienten nur bedingt ein Nachteil, da er ja auf jeden Fall die ganze Zeit über mit einem festsitzenden Provisorium versorgt ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Zirkoniumdioxidimplante bei richtiger Indikationsstellung und richtiger Anwendung, die implantologischen Möglichkeiten erweitert und in Teilbereichen Vorteile gegenüber Titanimplantaten hat.